Sobald am 31.10.2020 in Österreichs Straßen die Dunkelheit hereinbricht, heißt es wieder in Acht nehmen, wenn kleine Hexen, Monster und Skelette von Haus zu Haus ziehen und „Süßes oder Saures“ fordern.

Leider zeigt die Vergangenheit, dass mit dem schwindenden Tageslicht bei manchen Mitmenschen auch die Hemmungen fallen. Jährlich kommt es in der Halloween-Nacht zu zahlreichen Vandalismus Akten, die je nach Schwere der Tat und je nach Alter des Täters verschiedene Rechtsfolgen auslösen.

Eine Sachbeschädigung im Sinne des Strafgesetzbuches begeht, wer eine fremde Sache zerstört, beschädigt, verunstaltet oder unbrauchbar macht. Eine Sache kann alles sein, was sich von der Person unterscheidet. Das kann die Katze des Nachbarn sein (soweit hier nicht andere Regeln wie z.B. das Tierschutzgesetz zur Anwendung kommen), genauso wie das Auto oder eine Hausfassade. Die Sache ist fremd, wenn sie einer anderen Person als dem Täter gehört. Als Tathandlung kommt jede Verhaltensweise in Betracht, die geeignet ist, die fremde Sache zu zerstören, beschädigen, verunstalten oder unbrauchbar zu machen. Weiters muss der Täter mit Vorsatz handeln, wobei es hier reicht, dass der Täter es ernstlich für möglich hält und sich damit abfindet, dass der tatbildliche Erfolg eintritt.

Beispiele für Sachbeschädigungen:

  • beschädigen eines Autos
  • beschädigen eines Zauns
  • einschießen von Fensterscheiben
  • töten eines Tieres
  • zerstechen von Autoreifen
  • zerstören einer Pflanze
  • verkleben eines Türschlosses

Abseits der Sachbeschädigung können noch weitere strafrechtliche Tatbestände erfüllt werden wie z.B. Hausfriedensbruch, Diebstahl, dauernde Sachentziehung uvm.

Unabhängig vom strafrechtlichen Aspekt einer Halloween-Schandtat, kann es hier zu einem zivilrechtlichen Schadenersatzanspruch des Geschädigten kommen.

Jugendliche sind grundsätzlich ab 14 Jahren deliktsfähig und schadenersatzpflichtig. Das Gericht hat hier zu prüfen, ob der Reifegrad des Jugendlichen zum Zeitpunkt der Tat ausreicht, um das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln.

Unter 14 Jahren sind Kinder und Jugendliche grundsätzlich nicht deliktsfähig und strafrechtlich nicht belangbar. Unter 14-Jährige sind grundsätzlich auch nicht schadenersatzpflichtig. Unter Umständen können jedoch die Eltern verantwortlich gemacht werden, sofern diese ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind. Hier ist jedoch keine permanente Überwachung des Kindes erforderlich.
Was heißt das nun für unsere kleinen Halloween-Geister und -Feen? Als Elternteil muss man sich die Frage stellen, ob es angemessen ist, sein Kind in der jeweiligen Altersstufe um eine bestimmte Uhrzeit alleine von Haus zu Haus ziehen zu lassen und unter Umständen wie weit weg von zu Hause sich das Kind ohne unmittelbare Aufsicht bewegen darf.

Hat sich ihr Kind im Halloween-Fieber dazu hinreißen lassen etwas anzustellen, so ist eine Kontaktaufnahme mit dem Geschädigten zu empfehlen, um ihm eine Wiedergutmachung anzubieten. Für allfällige Fragen zu diesem Thema können Sie sich gerne in meiner Kanzlei anwaltlich beraten lassen.